16. Februar 2007
Von Sinn und Unsinn des Wintersports
Das alljährlich gleiche Bild, wenn auch diesmal als Special Edition inklusive Kunstdünger, bietet sich in den Schweizer Bergen. Hunderte von wintersportbegeisterten Touris lassen sich von lärmigen Maschinen über die sonst so stillen Hügel in die höhe ziehen, fahren wieder runter, wieder rauf, runter, rauf, runter, après-ski… Aus marsianischer Sicht betrachtet ist dies eine recht unverständliche Tätigkeit. Wieso lässt sich jemand auf einen Hügel ziehen, nur um wieder herunterzufahren?
Verständlich, dass ein Marsmensch sich diese Frage stellt. Marsmenschliche Körper produzieren nähmlich völlig andere Botenstoffe als Erdmenschliche. Von Adrenalin und Dopaminen haben die armen Grünlinge noch nie etwas gehört (dieser Umstand erklärt auch, weshalb die Fortpflanzung via Mondsand-Reagenzglas schon seit dem Urknall die Regel ist). Dies ermöglicht ihnen eine viel kritischere, ökolgisch korrektere Sichtweise auf das ganze wintersportliche Treiben. Weshalb verunstalten wir die für uns dank des Kunstschnees nicht sichtbaren Böden, indem wir zu Tausenden drüberfetzen, sodass den ganzen Sommer kein Gras mehr darauf wächst? Weshalb geben wir Geld aus, um uns an eine unförmige Machine zu hängen, die uns den Berg hinaufzieht, wo wir doch (im Gegensatz zu den Marsianern, deren Beine via Elektroimpuls des Gehirns gesteuert werden) dasselbe mit Muskelkraft erreichen könnten?
Liebe Marsmenschen. Wir tun das, weils dazugehört. Und weils geil ist. Jawoll.