Es war einmal eine Bassline, die in einer gemütlichen kleinen Wohnung ziemlich weit hinten an der Achtzigerstrasse lebte. Im gleichen Haus wohnten drei schöne schwarze Frauen mit ordentlich Pfeffer, mit denen sie sich manchmal zum Kaffee traf. Ansonsten sammelte sie in ihrer Freizeit leidenschaftlich gute Vibrationen. Am liebsten fuhr die Bassline aber ganz alleine Fahrstuhl: hoch, runter, hoch, runter, halb hoch, runter, ganz hoch, halb runter, und dann das Ganze wieder von vorne. Erstaunlicherweise wurde ihr dabei nie langweilig.
Sie hatte sich vor kurzem in einen etwas flachen, aber sehr selbstbewussten Beat verliebt, und nun gingen die beiden hie und da mal miteinander aus. Sie hatten schnell festgestellt, dass sie mit dem gleichen Tempo durchs Leben zogen und daher eigentlich optimal harmonieren könnten.
Als die Bassline den Beat kurze Zeit später das erste Mal mit nach Hause nahm, begegneten die beiden im Treppenhaus den schönen Nachbarinnen. Innerhalb von gut einundzwanzig Sekunden schlossen alle miteinander eine unerschütterliche Freundschaft. Das war das Zünglein an der Waage für die Bassline: Sie entschied sich, mit dem Beat Ernst zu machen. Nun hatte sie einen Partner, der unten im Treppenhaus hin und her ging, während sie Fahrstuhl fuhr, und gelegentlich gesellten sich die Nachbarinnen dazu, die wild ihre Kehrseiten schüttelten und ab und zu einstimmig lustige Kommentare riefen. So wurde das einsame Hobby der Bassline schliesslich zum Tanzereignis für ganze Nationen. Und wenn sie nicht gestorben sind, so wird das Lied, dass ihre Liebe schrieb, heute wenigstens noch für Fernsehwerbungen verhunzt.
* Der Keimling für diese unsinnige Erzählung wurde durch einen halben Tag Büroarbeit gesetzt: