Einfach nur fies.

Liebe Bernmobil

Ich bin generell kein grosser Fan von Werbung, die bestimmte Bevölkerungsgruppen gezielt fertigmacht. Aber du hast es echt auf ein neues Level gehoben. So perfid, so subtil!

Jetzt tu’ nicht so, als ob du nicht wüsstest, was ich meine. Heute Morgen im Zwölferbus musste ich das hier entdecken:

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Du solltest es am besten wissen, liebe Bernmobil. Der Zwölfer ist es, der die Universitätsgebäude miteinander verbindet. Der Zwölfer ist es, in dem ich vor Jahren einmal halb delirant sass und aus dem Lautsprecher zu hören glaubte: “Nächster Halt: Masterabschluss. Umsteigemöglichkeit in alle Richtungen”. Der Zwölfer ist es, der täglich Massen von latent lebensüberforderten, mehr oder weniger wissbegierigen Studenten vom Bahnhof zum Elfenbeinturm karrt. Das einzige, was diese smartphone-, hochglanzkopfhörer- und freitagtaschenbewehrte geistige Elite von morgen meistens nicht hat, ist ein Plan. Und daran wird ehrlich gelitten, im Fall.

Und genau da, liebe Bernmobil, lässt du also das Messer rein? Das ist doch der Gipfel der Taktlosigkeit. Als ob man in einem Altersheim ein Poster mit einem zufrieden grinsenden Jüngling aufhängen würde, auf dem steht: “Er hat gut lachen, weil er eine klitzekleine Prostata hat.” Wäre da ein bisschen Rücksicht echt zuviel verlangt?

Stellvertretend für ihr Vergangenheits-Ich leicht gekränkt grüsst dich

Frau Wundermann