Mein erstes Mal mit der SBB.

Ich hab’s getan. Ich habe mir zum ersten Mal ein Sparbillett der schweizerischen Bundesbahnen gekauft. Wenn alles rund läuft, werde ich morgen damit fahren. Mann, bin ich aufgeregt!

Was es da aufzuregen gebe? Was denn bitte nicht rund laufen solle?

Ich muss zur exakten Zeit, die auf meinem Billett steht, den Zug bestiegen haben - sonst habe ich das Geld verloren. Das ist der wenig gnädige Deal, den mir die SBB anbietet. Obwohl bei den Regelpreisen fürs Zugfahren in der Schweiz wohl eher von Erpressung als von Angebot die Rede sein muss. 

Um zum eigentlichen Problem zurückzukommen: Als Kind einer Zeit, in der man jede Verabredung noch spontan per Mobiltelefon um ein paar Minuten verschieben und selbst Busbillette während stolzer 120 Minuten jederzeit nutzen kann, fällt es mir im Privatleben schwer, mich an feste Zeiten zu halten. 

Aber: Wenn es ein Flug wäre, würde ich den ja auch erwischen. Weil ich Stunden vor der auf meinem Ticket aufgedruckten Zeit schon um das Gate herumstreune wie ein Strassenköter auf Crack. Am Flughafen gibt es aber auch immer etwas zu sehen, weshalb es mir nichts ausmacht, sinnlos früh dort einzutreffen, nur weil eventuell eine Schlange bei der Passkontrolle sein könnte*. Und wohl gerade weil ich einen solchen (zeitlichen) Aufwand dafür treiben muss, kommt mir das Fliegen immer etwas erhabener und bedeutsamer vor als das Zugfahren. Das Früh-dort-Sein begründet eine ganz eigene Zeremonie. Ich könnte verstehen, wenn die SBB diesen Status auch dem Zugfahren ermöglichen möchte, und sei es vorerst nur in den Augen der Nutzer von Sparbilletten. Auch die SBB will nur geliebt werden.

Es bleibt nun abzuwarten, ob meine erste Sparfahrt ein Erfolg wird. Doigts croisés!




*Zum Beispiel eine, die zum ersten Mal fliegt und für alles mögliche auf Hilfe angewiesen ist. Etwa so: