Abenteuerreisen II: Fragen wir die SBB.

Liebe SBB

Ich bin’s! Sie freuen sich sicher, wieder einmal von mir zu hören. Wir haben weiss Gott schon viel zusammen erlebt. Vieles davon war sehr schön. Übrigens, danke vielmals für den Waggon mit den extrem bequemen, grosszügigen Sitzen am vorderen Ende des InterRegio Luzern-Bern. Der ist immer wieder super.

Beim letzten Mal, als ich mit Ihnen etwas zum ersten Mal gemacht habe, bin ich auf ein relativ lustiges Piktogramm gestossen. Ich habe es fotografiert und einen kleinen Erklärungsaufruf dazu gestartet, wodurch meine Fragen leider nicht beantwortet werden konnten. Ich war zwar ein bisschen beleidigt, dass meine Freunde mich für kulturell sehr unbewandert halten, aber auch gerührt, dass mir mehrere Leute geduldig erklärten, dass man in anderen Teilen der Welt eben nicht auf dem Thron sitzend, sondern über einem Loch kauernd sein Geschäft verrichtet.* Alles klar.**

Was ich aber eigentlich wissen möchte, ist: Gab es einen konkreten Vorfall, der das Anbringen dieser Instruktionen provoziert hat? Sie würden mir mit einer Antwort enorm helfen. Vorläufig finde ich kaum Schlaf, weil ich mir permanent vorstellen muss, wie ein todesmutiger Tourist bei 120 Stundenkilometern mit heruntergelassenen Hosen auf einen sechzig Zentimeter hohen, vermutlich auch noch glitschigen Schüsselrand steigt, um sich zu erleichtern.

Freundliche Grüsse

Ihre Frau Wundermann



*was ja der Bauweise des menschlichen Darms scheinbar wesentlich besser entspricht.

**Was mich aber auch noch interessieren würde: Wie viele Touristen aus Sitztoilettenländern setzen sich im Ausland auf „Stehtoiletten“ einfach fröhlich hin? Und wie viele von der Spezies gibt es, die sowohl über Hock- als auch über Sitztoiletten nur berührungsfrei kauernd pinkeln?